Vom 12. bis 22. April fand der Schüleraustausch zwischen der 4AHMEP und der Projektklasse der italienischen Partnerschule ITIS Rossi im Rahmen des von der EU geförderten Comenius-Projektes Clean Energy for the Future statt. Im Gegensatz zum Vorjahr begaben sich dieses Jahr die Schülerinnen und Schüler der HTL nach Italien. Der Aufenthalt im „Land, wo die Zitronen blühen“ gewährte ihnen einen umfangreichen Einblick in die italienische Kultur und Lebensart, und auch die im Unterricht erworbenen Italienisch-Kenntnisse konnten endlich in der Praxis getestet werden. Gleichzeitig wurde in mehreren Einheiten am gemeinsamen Projekt weitergearbeitet und die italienisch-österreichische Vergangenheit im Ersten Weltkrieg aufgearbeitet.
Als wir am Montagabend nach achtstündiger Busfahrt gemeinsam mit unseren Begleitlehrern Herrn Prof. Benedetto und Frau Prof. Hessmann vor ITIS Rossi in Vicenza ankamen, wurden wir bereits herzlich von unseren italienischen Partnern begrüßt. Bei meiner Gastfamilie angekommen, durfte ich mich am Abend sogleich mit einem köstlichen, wie für Italien nicht ungewöhnlichen, Drei-Gänge-Menü stärken.
Am nächsten Tag erwartete uns bereits ein dichtes Programm. Wir besuchten das „Museo del Risorgimento e della Resistenza“, welches eine sehr umfangreiche Ausstellung über den Ersten Weltkrieg zeigt. Anschließend erkundeten wir bei einer interessanten Stadtführung das historische Zentrum von Vicenza, besichtigten das berühmte „Teatro Olimpico“ mit seiner beeindruckenden Illusionsmalerei und die prächtigsten Palazzi der Stadt. Beim Besuch des Rathauses wurden wir sogar von einer Abordnung der Stadtregierung im Sitzungssaal des Stadtsenats willkommen geheißen. Gegen Abend begannen wir unsere Koffer erneut zusammenzupacken, da wir am Mittwoch zu einem dreitägigen Ausflug in die Toskana aufbrachen. Nachdem am Mittwochmorgen alle Koffer im Bus verstaut waren, machten wir uns auf den Weg nach Pisa, wo wir neben dem Schiefen Turm auch das Baptisterium und den Kreuzgang in Augenschein nahmen. Nach einer kleinen Pause auf den Grünflächen am Fuße des Schiefen Turms fuhren wir Richtung Pomarance, einem verschlafenen Dorf, wo wir in einem komfortablen Hotel nächtigten. Nach einer sehr ruhigen Nacht besuchten wir am nächsten Tag das geothermische Kraftwerk in Lardarello. Dort nahmen wir an einer Führung durch das zugehörige Museum und einer sehr eindrucksvollen, wenn auch lautstarken Demonstration des in den Pipelines herrschenden Dampfdruckes teil. Zu Mittag aßen wir in St. Gimignano, einer für ihre vielen Türme berühmten Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern. Anschließend fuhren wir nach Florenz, wo wir auch übernachteten. Nach dem Auschecken am Freitag in der Früh absolvierten wir eine Stadtführung durch die Innenstadt von Florenz. Gleich nach dem Mittagessen begaben wir uns in die Uffizien, eines der bekanntesten Museen der Welt. Dort bestaunten wir unter anderem die Geburt der Venus von Alessandro Botticelli und die Heilige Familie von Michelangelo.
Danach endete der Toskana-Ausflug und wir kehrten erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken zu unseren Gastfamilien zurück. Am Samstag standen noch einige Arbeitseinheiten in der Schule am Programm, danach starteten wir alle am Ende der ersten Woche sehr zufrieden ins Wochenende. Nach dem Lehrerwechsel am Wochenende - unseren neuen Begleitlehrer waren Herr Prof. Bachner und Herr Prof. Ehrenmüller-Jensen - begann die neue Woche mit zwei anstrengenden Mathematikstunden und einer Führung durch den Werkstättentrakt von ITIS Rossi. Beim Fußballturnier am Nachmittag mussten wir eine knappe Niederlage gegen die Italiener verbuchen, vertraten Österreich aber ansonsten sehr gut. Den Abend verbrachten wir in der Altstadt Vicenzas. Der Besuch der romantischen Stadt Verona am Dienstag, wo angeblich die Handlung von Shakespeares Romeo und Julia spielt, verlief sehr angenehm. Nach dem wir uns zwei Stunden frei in der Stadt bewegen konnten, besichtigten wir die Stadt gemeinsam in einer sehr lockeren Atmosphäre. Der Höhepunkt der zweiten Woche war mit Sicherheit das üppige Abschlussessen am Mittwoch, bei dem wir die Ereignisse der vergangen Woche Revue passieren ließen und uns im hauseigenen Weingut mit Mitbringseln für unsere Familien eindeckten. Am Donnerstag nahmen wir Abschied von unseren Gastfamilien und machten uns nach sehr schönen, aber dennoch anstrengenden Tagen wieder auf den Heimweg nach Österreich.

Felix Mayrbäurl, 4AHMEP