In unserer Abteilung ist es üblich, dass die Schüler/Innen der 3.+ 4. Klasse Schmuck/Objekt und Graviertechnik im Zuge einer Exkursion zwei Vorzeigefirmen im jeweiligen Gewerbe – die Fa. ÖGUSSA und die Münze Österreich besuchen dürfen. Die Kunstschmiede der selben Klassen besichtigten zeitgleich das Technische Museum (im besonderen eine Ausstellung zum Thema Schwerindustrie) und die Hofjagd- und Rüstkammer im Kunsthistorischen Museum. Eine gemeinsame Führung durch die Schatzkammer in der Wiener Hofburg ergänzte das Programm.

Am 7. und 8. Februar 2013 war es endlich soweit. Um 7:00 morgens trafen wir uns am Bahnhof Steyr, um die lange versprochene und sehnsüchtig erwartete Reise in die Bundeshauptstadt anzutreten. Die zweistündige Zugfahrt wurde von allen gut genützt, um sich körperlich und mental auf die bevorstehenden Anstrengungen vorzubereiten.

Bereits um 9:30 wurden die Goldschmiede und Graveure in der Zentrale der Fa. ÖGUSSA von Fr. Voitl und Hr. Kramerik erwartet. Wir bekamen Informationen zum Tätigkeitsbereich der Österreichischen Gold und Silber Scheideanstalt und konnten anschließend die verschiedenen Produktionsbereiche besichtigen. Die Abläufe beim Stranggussverfahren, die Herstellung von Halbzeug (Bleche, Drähte, Verschlüsse, Ketten usw.), Verfahren zur Prüfung des Feingehaltes, die Galvanotechnik und Arbeitstechniken der Lohngussabteilung wurden uns erklärt und veranschaulicht. Abschließend lud uns die Fa. Ögussa in der firmeneigenen Kantine auf eine ausgezeichnete Mahlzeit (Wiener Schnitzel mit Reis!!) ein.

Die Kunstschmiede besuchten zur selben Zeit das Technische Museum Wien. Die Ausstellung mit dem Titel „Schwerindustrie – vom Rohstoff zum Alltagsgegenstand“ gab Einblicke in die Welt des Bergbaues bis hin zur Begegnung mit diesen Rohstoffen im Alltag. Bei einer Tour durch Europas ältestes Schaubergwerk erfuhren die Teilnehmer eine Menge über die Herkunft und die Verarbeitung der verschiedenen Materialien wie Eisen, Titan, Calcit, usw..

 

Optimal gestärkt nutzte die gesamte Reisegruppe den frühen Nachmittag, um das Nachtlager zu beziehen. Als dieses wurde die Jugendherberge Wien Brigittenau ausgewählt.

 

Die gemeinsame Besichtigung der unschätzbaren Werte der Wiener Schatzkammer (Reichsinsignien des Heiligen Römischen Reiches, Salbgefäß aus 2205 ct schwerem Smaragd, Schatz des Ordens zum Goldenen Vlies, usw.) rundete das dichte Programm des ersten Tages unserer Wienreise ab. Den Abend durften wir anschließend frei gestalten. Aber um 22:00, zur Nachtruhe, waren alle natürlich pünktlich zurück in der Jugendherberge.

Frisch und ausgeruht starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück um 7:00 in den zweiten Tag unserer Wien Exkursion.

Voller Energie ging es für die Graveure und Goldschmiede nun zur Münze Österreich und für die Kunstschmiede ins Kunsthistorische Museum, wo sie in der Hofjagd und Rüstkammer kunstvoll verzierte Harnische, Sättel, Feuer- und Prunkwaffen besichtigen konnten (z.B. den Golddegen Maximilians II.).

 

Die Klassenkollegen besichtigten währenddessen eine der besten Münzprägeanstalten weltweit – die Münze Österreich.

Der Rundgang führte uns in die Abteilungen zur Erzeugung der Münzrohlinge, der Herstellung der Prägewerkzeuge, den Münzprägemaschinen, der Abteilung für Sondermünzen und in die Entwurfsabteilung der Prägeanstalt wo uns Herr Herbert Wähner ausführlich über seine interessante Arbeit informierte. Herr Wähner ist auch Absolvent unserer Schule, ebenso der Chefgraveur Herr Pesendorfer und der Designer und Graveur Herr Andexlinger (im Gruppenbild links), der uns sehr herzlich begrüßte und betreute.

Ein Wettangebot der Münze sorgte dafür, dass auch der Spass nicht zu kurz kam. Wer einen 12 kg schweren Goldbarren (Wert ca. 500 000 € ) mit einer Hand aufheben konnte, durfte diesen behalten. Selbstsicher versuchten wir unser Glück, scheiterten aber alle an dieser so gut wie unmöglichen Aufgabe.

 

Danach stand nur noch die gemeinsame Heimreise am Programm. Diese wurde von den meisten genauso verbracht wie die Hinfahrt, nämlich schlafend. Schlussendlich waren wir, obwohl wir viel gelernt, erfahren und gesehen hatten, doch wieder froh nach Steyr zurückzukehren.

 

 

Baireder Sandra