Höhere Technische Bundeslehranstalt Steyr
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Unter diesem Titel trafen sich 15 Direktorinnen und Direktoren Oberösterreichischer HTLs  in den Goldschmiede- und Graveurateliers der Blümelhuber-Villa, einer Expositur der HTL Steyr, um gemeinsam Schmuck- und Schlüsselanhänger zu fertigen.

Was sich hier wie ein vorweihnachtlicher Workshop darzustellen scheint hat in Wahrheit einen tiefen Sinn und eine nicht zu unterschätzende Bedeutung:
Da nehmen sich Führungskräfte, die mit Arbeit mehr als hinreichend eingedeckt sind, Zeit und gehen wieder „an ihre Wurzeln“ und lassen sich auf das Erlernen und Erproben von Fertigkeiten ein, welche letztlich die Quintessenz unseres berufsbildenden mittleren und höheren Schulwesens bilden; spüren selbst, dass handwerkliche Fertigkeiten Übung brauchen und Übung wiederum Zeit; erfahren unmittelbar, dass nur kleine Arbeitsgruppen in den Werkstätten Erfolge ermöglichen und zu große Lerngruppen Wartezeiten und Stress nach sich ziehen. Und sie nehmen diese Erfahrungen mit in die Organisation der eigenen Dienststelle, in die Gespräche mit vorgesetzten Behörden und in ihre beruflichen Netzwerke.

Nach einer Reihe anderer Schulen durfte diesmal die Höhere Lehranstalt für Art and Design an der HTL Steyr Gastgeber sein. Werkstättenleiter Hermann Gossenreiter und die Seminarreferenten Hansjörg Ullmann, Bärbel Hofer-Postuvanschitz und Martin Strolz hatten Programme vorbereitet, die in der zur Verfügung stehenden Zeit gut umsetzbar waren und auch ein erwachsenes Publikum zu faszinieren vermochten.

In den Goldschmiede-Ateliers fertigten die Seminarteilnehmer einen Schmuckanhänger auf der Basis eines Ossa Sepia Gusses. Die Ossa Sepia Schale ist der Rückenschulp eines Tintenfisches; eine lamellenartige weiche Kalkschicht, die gut zu bearbeiten ist und sich daher sehr gut zur Herstellung einfacher Gussformen eignet; überdies ein Verfahren, das schon seit der Antike bekannt ist. Die Zuwachslamellen des Sepia sorgen für eine strukturierte und damit sehr schmuckhafte Oberfläche. Das teilweise Polieren der Oberfläche oder einzelne gefasste Schmucksteine sorgten für individuelle Akzente. Getragen wird der Schmuckanhänger an einem Lederband.

In der Graveurwerkstatt konnten die Seminarteilnehmer nicht nur ihre Geschicklichkeit in der Handgravur erproben, sondern fertigten einen Schlüsselanhänger mit persönlichem Monogramm an der Lang Graviermaschine. Beim Programmieren des Arbeitsablaufs fanden geübte IT-Fachleute bekannte Inhalte wieder – jedoch neu gemixt.

Ein absolutes Novum jedoch war die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrganges: Jeder Seminarteilnehmer bekam einen „personal coach“ zugelost; eine Schülerin oder einen Schüler, die sie oder ihn während der gesamten Seminardauer begleiteten – vom Entwurfsprozess über den Guss und die handwerkliche Feinarbeit bis zu Kaffee und Kuchen im Lehrerzimmer. So wurde jeder Stillstand vermieden und jeder Arbeitsschritt wurde bestens betreut. Dass sich zudem Zweier-Teams bildeten, die bestens harmonierten, war eine günstige Fügung. Am Ende waren Schülerinnen und Schülern restlos davon überzeugt, jeweils den „besten und nettesten Direktor“ zugelost bekommen zu haben, und bedauerten das Ende der Seminarveranstaltung zutiefst.

Die Seminarteilnehmer aber konnten nicht nur Einblicke in ein weitgehend ungewohntes gestalterisches Ambiente gewinnen, sondern auch zwei fertige Stücke mit nach Hause nehmen.