Nach einer monatelangen Vorbereitungszeit, zum größten Teil in den Sommerferien, und sehr intensiver Zusammenarbeit aller Teammitglieder war es im September endlich so weit und das Team BWT-SWIFT brach zu den „F1 in Schools“ World Finals nach Kuala Lumpur, Malaysia, auf.

Gemeinsam mit der Vienna International School (VIS) vertrat die HTL Steyr Österreich auch 2017 wieder bei den Weltmeisterschaften. Für die HTL Steyr übernahm Paul Stöcher, 5AHME, die Aufgaben der Konstruktion unseres Boliden, während Daniel Guger, 5AHMZ, als Analyst durch diverse CFD-Programme und Windkanalanalysen unser Auto aerodynamisch perfektionierte. Der dritte HTL-Schüler, Benedikt Bräu, 4AHMBZ, war sowohl für die Koordination aller technischen Herausforderungen als auch für die Fertigung des Autos und des Messestandes (Pit Display) zuständig. Betreut wurde das Techniker-Team von Frau Prof. Mag. Losbichler, die die Vorbereitungen und die Woche in Malaysia organisierte. Außerdem wurden wir von Moritz Rettensteiner – HTL-Schüler und „F1 in Schools“-Alumnus – unterstützt, der als Mentor seine Erfahrungen aus der Saison 2015 und 2016 einbrachte. Die VIS war vertreten durch den Schüler Benedict Wolff, der unser Team managte und organisierte, die Schülerin Anna Geist, die für unser Auftreten in den sozialen Netzwerken verantwortlich war und den Schüler Simen Martinsen, der unseren Boliden und die Portfolios designte und gestaltete. Sie wurden von Daniel Themessl-Kollewijn betreut, Professor an der Vienna International School.

Am 20. September starteten wir von Wien via Dubai nach Kuala Lumpur. Weil unser Hauptsponsor BWT war, traten wir fast von Kopf bis Schuh stets in Rosa gekleidet auf, was oft für lustige Momente sorgte. Nach über 18 Stunden Reisezeit und auf Grund der Zeitverschiebung landeten wir erst am späten Nachmittag des 21. September in Malaysia. Es blieb nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn am Freitag ging es bereits mit den ersten Programmpunkten los. Wir registrierten uns, gaben unsere Rennautos (unsere Pink-Panther), Portfolios und technischen Zeichnungen bei der Jury ab und trafen die letzten Vorbereitungen, ehe wir uns am Samstag voll in das Erlebnis „F1 in Schools“ stürzten.
Am Samstag wurde es dann zum ersten Mal richtig ernst und der Wettkampf, möglichst viele der 1050 Punkte zu erhalten, begann. Die erste Challenge war, den Pit Display in maximal zwei Stunden aufzubauen. Dabei waren alle Sicherheitsvorschriften einzuhalten, um Strafpunkte zu vermeiden. Der Pit Display, auch kurz Pit genannt, soll das Team und das Auto bestmöglich repräsentieren und dazu einladen, mehr über unsere Arbeit, Vorbereitung und unser Auftreten zu erfahren. Es gelang uns sogar, einen zusätzlichen Spaßfaktor dank der von Daniel Guger programmierten App einzubauen. Mittels dieser App konnte jeder seine eigene Reaktionszeit testen und täglich Preise gewinnen.
Am Sonntag starteten wir frühmorgens mit der Opening Ceremony, ehe wir von der Jury zum Engineering Judging gebeten wurden. Dort mussten wir den technischen Fragen zu unserem Auto Rede und Antwort stehen, wobei uns aber die Juroren nicht aus der Reserve locken konnten.
Anschließend stand das erste Rennen an, die CO2 Patrone in unserem Rennboliden wurde gezündet und er raste die 20m lange Bahn hinunter. Auch wenn der erste Wettkampftag nicht ganz nach unseren Vorstellungen verlief, ließen wir uns nicht entmutigen und gingen voll motiviert zur verbalen Präsentation, bei der wir die Fachjury von unserer Arbeit und unseren Lernerfolgen überzeugen mussten.
Der Tag war noch lange nicht vorbei, da wir uns mit der Rennzeit nicht zufriedengaben, die eigenartigerweise deutlich unter unseren Trainingszeiten lag. Deswegen versuchten wir in der täglichen (meist abendlichen) Teambesprechung die Ursachen zu analysieren. Schnell erkannten wir, dass auf Grund des neuen Streckenbelags und der klimatisierten Raumtemperatur leider unsere Kunststoffräder nicht ganz optimal waren. Wir konnten jedoch durch intensives Brainstorming und zahlreiche Recherchen die Performance des Autos für die weiteren Rennen optimieren.
Am Montag erreichten wir dank unserer nächtlichen Optimierungen eine passablere Zeit. Mit der Rennzeit von 1,113 Sekunden war unser Auto das siebentschnellste von 51, wobei der Unterschied zu den Weltmeistern sich nur im Hundertstelbereich befand. Mit diesem Motivationsschub ging es weiter zum Enterprise Judging, wo wir uns ein letztes Mal den Juroren stellen mussten. Dieses Mal stand die Bewertung des Teammanagements und unserer Marketing-Strategie an. Hier hatten wir auch die Möglichkeit, das „Mobile-Home“-Prinzip unseres Pit Displays zu erklären.
Am Dienstag stand schlussendlich das Knock-Out Race an, in dem wir uns aber leider in der zweiten Runde von den Drittgesetzten des Rennens geschlagen geben mussten.

Nach diesen anstrengenden, aber aufregenden Tagen lag es nun an den Juroren, unsere Arbeit zu bewerten und am Mittwochabend bei der Siegerehrung die Weltmeister zu küren. Bei der Siegerehrung waren alle Formel 1 Teams der „großen“ Formel 1 vertreten, darunter unter anderen auch Toto Wolff von Mercedes AMG Petronas F1, und Chase Carey, Geschäftsführer der Formula One Group. Zuerst wurden die Special Awards vergeben – und da durfte auch BWT-Swift jubeln. Mit den Worten „Looking very pretty and pink ... “ kündigte TV-Moderator David Craft uns für den „Scrutineering Award“ an. Diese gläserne Trophäe wurde von der FIA verliehen und ist eine Auszeichnung für regelkonformes Konstruieren und Herstellen sowie für perfekte technische Zeichnungen. Insgesamt freut sich BWT-SWIFT über den guten 11. Rang mit 770,8 Punkten, damit konnten wir uns im Vergleich zum letzten Jahr um über 80 Punkte steigern. Verdienter Weltmeister wurde das Team Hyperdrive aus Australien, gefolgt von dem deutsch-australischen Kooperationsteam Aurora und dem drittplatzierten Team Pioneers aus Deutschland.

Zur Krönung dieser aufregenden Zeit verbrachten wir die letzten Tage am F1 Circuit in Sepang. Bereits am Donnerstag hatten wir die Möglichkeit, mit einem Bus die 5km lange Rennstrecke abzufahren, bevor wir durch die Boxengasse spazieren durften. Dabei nutzten wir die Möglichkeit, unseren MINI-Boliden seinem großen Bruder vom Force India Team vorzustellen. Das freie Training, die Qualifikation und das Rennen durften wir live in der Box von Mercedes AMG Petronas F1 und im Paddock mitverfolgen. Wir hatten die Ehre, Teil der großen F1-Familie zu sein und konnten somit unvergessliche, atemberaubende Eindrücke sammeln.
All dies wäre jedoch ohne die tatkräftige und finanzielle Unterstützung unserer Sponsoren nicht möglich gewesen. Vor allem möchten wir uns bei unserem Haupt- und Titelsponsor BWT – Best Water Technology – bedanken, der uns während der Vorbereitungen stets unterstützte und hilfreich zur Seite stand.

Auch ein großes Dankeschön geht an Herrn Ing. Johann Vielhaber mit seinem Team der Firma ASMAG, die uns bereits seit 2015 technisch immer zur Seite stehen und uns helfen unsere Boliden zu optimieren und zu fräsen. Weiters möchten wir uns bei dem dritten Hauptsponsor GCA Altium aus der Schweiz bedanken, die uns eine große Hilfe bei der Finanzierung der Reise waren.

 Ein weiterer Dank gebührt Myonic, Foto Grünwald, Inschrift Strauß, Spies Hecker, Systron, Werbetechnik Weingartsberger und Event Systems GmbH für ihre tatkräftigen bzw. materiellen Unterstützungen.

Benedikt Bräu, 4AHMBZ