Das Projekt der Englischklasse wurde im Jahr 2005 in der Abteilung für Maschinenbau – Fahrzeugtechnik an der HTL-Steyr gestartet. Seitdem ist es jedem neuen Schüler möglich, einen Jahrgang dieser Abteilung mit vorwiegend englischsprachigem Unterricht zu wählen. Dies sind pro Jahr ca. 30 Schüler, welche ihre 5-jährige Ausbildung in dieser Klasse absolvieren.

Englisch wird als Unterrichtssprache in allen theoretischen Gegenständen, außer Deutsch, eingesetzt - sowohl mündlich, als auch schriftlich, wie zum Beispiel bei der nach fünfjähriger Ausbildung anstehenden Diplom- und Reifeprüfung. Diese spezielle Art des Unterrichts soll die Schüler auf ein Berufsleben in einem internationalen Unternehmen vorbereiten und ihnen helfen Englisch als selbstverständliche Arbeitssprache anzusehen.

Die Zielgruppe umfasst somit alle Schüler vom ersten bis zum fünften Jahrgang. Als großen Erfolg kann man die letzten Maturajahrgänge ansehen. Allen gelang es, die Diplom- und Reifeprüfung zu bestehen und darüber hinaus konnten noch viele ausgezeichnete und gute Erfolge erreicht werden.

Ein großer Vorteil für die Schüler ist das Erlangen technischen Fachwissens auch in der Fremd-sprache, welches sie in internationalen Konzernen benötigen. Da ein Großteil der geschäftlichen Kontakte auf mündlicher Basis beruht, wird besonders auf Fertigkeiten, wie Präsentieren und Diskutieren, Wert gelegt. Fachbegriffe und Prozessabläufe in fachspezifischen Gegenständen werden bilingual gelehrt. Zusätzlich lernen die Schüler, auch in unvorbereiteten Situationen (Gespräche, Diskussionen), spontan und sicher zu agieren.

Besonders hervorzuheben sind hier die verwendeten Materialien, welche unten aufgelistet sind: (diese sind zusätzlich zur deutschsprachigen Literatur ausgegeben worden)

Europa-Lehrmittel: Modern Automotive Technology; Bosch: Automotive Handbook;
Kalpakjian, Schmid: Manufacturing Engineering and Technology; Manz: Analysing Business; Manz: Securities and Stock exchange Oxford University Press: Student Atlas

Englische Skripten der Lehrer

Um verstärkt auf Schwerpunkte, wie Präsentation und Konversation einzugehen zu können, wurde der  Freigegenstand „English Conversation“ für die ersten beiden Jahrgänge (jeweils 2 Wochenstunden) eingeführt.

Eine Projektwoche in London (4. Jahrgang), für die Projektthemen von jeweils 2 Personen ausgearbeitet werden, fördert selbstständiges Arbeiten und sprachliche Kompetenzen durch den  Kontakt mit Native Speakers.

Signifikant ist die Qualitätssteigerung, vor allem im fachspezifischen Bereich (Maschinenbau - Fahrzeugtechnik), einhergehend mit einer kontinuierlichen qualitativen und quantitativen Steigerung des Wortschatzes. Durch die verstärkte Teamarbeit wird die Sozialkompetenz wesentlich gefestigt und gesteigert. Evaluierungen werden halbjährlich durchgeführt (Feedback von Lehrern und Schülern). Diese brachten Verbesserungspotenzial in der Methodik hervor, welches im weiteren Lehrprozess umgesetzt wurde.

Durch den Einsatz von Englisch im Unterricht wird die Fremdsprache zur Selbstverständlichkeit. So benötigt es keine Überwindung, sich in englischer Sprache am Unterricht zu beteiligen. Die Möglichkeit, auf den gelernten Stoff auch in der Fremdsprache zurückgreifen zu können, schafft eine Basis für alle Beteiligten, diesen sinnvoll zu lernen und zu nützen. Dies ist in hohem Maße auch der Förderung der Selbstständigkeit zuträglich, denn oftmals werden auch Ausarbeitungen von Schülern verfasst. Dadurch wird auch die Mehrsprachigkeit gefördert, denn es stellt fachlich keinen Unterschied dar, welche Sprache zur Anwendung kommt.

Ein Unikum stellt sicherlich der technische Unterricht in englischer Sprache dar. Aus diesem Aspekt ergeben sich markante Vorteile, da viele fachspezifische Publikationen in englischer Urfassung  erscheinen. Beim Durcharbeiten solcher Texte werden viele Ausdrücke erlernt, wodurch die Fachkompetenz gesteigert wird. Die Aktualität dieser Originaltexte kommt ebenfalls den Schülern zu gute und spiegelt sich am hohen Aktualitätsgrad der Diplomarbeiten wieder.

Die sprachliche und kulturelle Vielfalt wird in jedem Fall dadurch gefördert, dass durch die englischsprachige Ausbildung Hemmungen genommen werden, grenzüberschreitend zu arbeiten. Den jungen Technikern wird durch ihre verbesserte Sprachkompetenz geholfen, offen auf andere Leute zuzugehen und mentale Barrieren sowie Grenzdenken zu überwinden. Speziell Fahrzeug-technik in Kombination mit einer Fremdsprache hilft, vielen Menschen die Möglichkeit einer zeitgemäßen Fortbewegung aufzuzeigen. Aus diesen Gründen besuchen Schüler aus Europa und der ganzen Welt die Englischklasse der HTL Steyr. Als zusätzlicher Punkt der Bewusstseinsbildung für ein geeintes Europa kann die Projektwoche im 4. Jahrgang angesehen werden.

Durch die Flexibilität ist eine Übertragbarkeit auf nahezu alle Inhalte gegeben. Dies zeigt sich auch im Unterricht, wo von gesellschaftlichen über sportlichen bis hin zu technischen Themen alles diskutiert wird. Durch die breitgefächerte Vorbereitung auf das Berufsleben kann jedenfalls von Nachhaltigkeit gesprochen werden. Des Weiteren werden Trends stets kritisch betrachtet und gegebenenfalls eingebunden. Im Falle eines folgenden internationalen Berufslebens ist auch für die Nachhaltigkeit der sprachlichen Bildung gesorgt.