Höhere Technische Bundeslehranstalt Steyr
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Kole ist die Abkürzung für „Kooperatives Lernen“. Die Abkürzung wurde an der HTL Steyr gewählt, um die Einführung kooperativer Unterrichts- und Lernmethoden einerseits in den Klassen, andererseits in der Kollegenschaft einheitlich darzustellen.
Es kommt darin unser Wunsch zum Ausdruck, den schüler/innenzentrierten Unterricht produktiver zu gestalten. Es steht kein reformpädagogischer Ansatz hinter diesem Konzept. Es geht auch nicht darum, ausschließlich kooperativen Unterricht durchzuführen. Dies ist weder möglich noch sinnvoll.
Zur Klarstellung eine kurze Übersicht
Lehrer/innenzentrierter Unterricht Partner/innen und Gruppenarbeit Kooperatives Lernen
Lehrkraft trägt vor oder verwendet den fragend/entwickelnden Unterricht Die Schüler/innen arbeiten als Paare oder Gruppen zusammen. Die Schüler/innen arbeiten als Paare oder Gruppen in strukturierter Form zusammen.
Der Unterricht wird durch Übungsphasen (meist Einzelarbeit, die oft in Zusammenarbeit mit den Banknachbarn/der Banknachbarin übergeht) unterbrochen. Die Zusammenarbeit ist praktisch nicht strukturiert – es wird eventuell der zeitliche Rahmen definiert. Sie haben klare Vorgaben (so genannte Arbeitsaufträge), was die Inhalte, die Rollenverteilung, die Zeitabläufe und die Ergebnisse betrifft.
Jeder in der Gruppe/im Paar muss einen klar definierten Beitrag leisten.
Einzelne Schüler/innen führen etwas an der Tafel vor. Es wird z. B. ein Inhalt aus einem Buch erarbeitet. In der Literatur werden zahlreiche Methoden zur Umsetzung beschrieben.
Wir bemühen uns daher, einen methodisch ausgewogenen Unterricht – zwischen lehrer/innenzentriertem Unterricht und kooperativem Lernen – zu gestalten. Im Zuge unserer Arbeit traten folgende Herausforderungen auf:

1. Auf Seite der Lehrenden muss die Methodenkompetenz zunehmen – dies geschieht im Team, durch learning by doing. Wechselseitiger Austausch und gegenseitige Unterstützung sind dabei zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir wurden dadurch selbst wieder zu Lernenden, die durch die gemachten Erfahrungen (und auch Fehler) mehr Freude am Unterrichten gewonnen haben.

2. Auf Seite der Schüler/innen müssen soziale Kompetenzen gezielt aufgebaut werden, damit der kooperative Unterricht gelingt. Wir entwickeln daher in den Klassen mit den Schülern/innen Verhaltensvereinbarungen in Form von T-Diagrammen. Außerdem trainieren wir kooperatives Lernen, indem im Unterricht oft kooperative Methoden einsetzen. Je nach Fach und persönlichen Präferenzen zwischen 10 % und 40 % der Unterrichtszeit.

Durch die externe Unterstützung (speziell IMST bzw. den MNI Fonds) begannen wir von Beginn an unsere Erfahrungen in der Kollegenschaft durch Seminare weiterzugeben.