Die Klasse 4CHMIZ besuchte am 30. Oktober 2007 die Aufführung der tragischen Komödie „Die Physiker“ im Mehrzwecksaal unserer Schule.
Im Anschluss daran wurde uns im Deutschunterricht die Aufgabe gestellt, die Handlung an einer spannenden Stelle anzuhalten und in die Gedankenwelt der handelnden Figuren zu schlüpfen. Sechs dieser Texte können Sie hier lesen!
Die inneren Monologe von David Mayr und Simon Wallner zeigen die Figur Möbius im ersten Höhepunkt der Handlung, als sich die beiden Patienten Newton und Einstein als Geheimagenten zu erkennen geben.
Daniel Brandstätter hat die gleiche Szene gewählt, zeigt jedoch die Gedanken der Figur Newton.
Die Texte von Simon Reith, Thomas Resch und Florian Zittmayr geben Einblick in den Gemütszustand des Wissenschafters Möbius in dem Augenblick, als er erkennen muss, dass Fräulein Dr. von Zahnd seine Forschungsergebnisse bereits seit Jahren missbraucht...
Möbius denkt Folgendes, als sich Newton und Einstein als Agenten feindlicher Geheimdienste zu erkennen geben:
Ich kann mich noch ganz blass daran erinnern, als ich mich vor 15 Jahren entschied, freiwillig in eine Heilanstalt zu gehen. Aber welcher Mensch geht schon einfach so in eine Heilanstalt und spielt seiner Familie vor, dass ihm König Salomo erscheine? Doch damals hatte ich alles genauestens durchdacht. Es war sicherlich keine spontane Entscheidung. Die Begierde noch mehr in die Tiefe der Atomphysik einzudringen war die treibende Kraft. Ich wollte nicht mehr in der Öffentlichkeit weiterforschen. Es wäre viel zu gefährlich gewesen. Wahrscheinlich gäbe es jetzt auf diesem Planeten keine Menschen mehr! Der Mensch kann mit seiner Macht nicht umgehen. Deshalb, ja genau deshalb, wollte ich in ein Irrenhaus. Ich bin zwar gefangen, aber trotzdem frei. Über den Newton und den Einstein habe ich mir eigentlich nie viele Gedanken gemacht. Mir erschienen sie so, als hätten sie wirklich einen wahrhaftígen Grund in dieser Anstalt zu sein. Außerdem sagte Fräulein Doktor, die meiste Hoffnung geheilt zu werden, sehe sie in mir! Das gab mir also keinen Grund zu zweifeln, dass die beiden wirklich verrückt seien. Aber schließlich musste ich ja falsch liegen, sonst wäre ja alles zu leicht gewesen. Agenten eines Geheimdienstes! Das hätte ich nie im Leben geglaubt! Doch zum Glück der Menschheit habe ich ja mein ganzes Werk verbrannt. Ich habe somit Gutes getan! Für keinen Preis auf Erden hätte ich die Menschheit ins Verderben stürzen wollen. Nun kann dies aber für mich ein Ende bedeuten, aber davor habe ich keine Angst.
Schließlich habe ich getan, was ich tun musste.
David Mayr

Newton und Einstein bedrohen sowohl einander als auch Möbius mit ihren Waffen:
Oh, mein Gott! Diese zwei Vollidioten! Hoffentlich bringen sich beide um und am besten erschießen sich mich auch, dann wäre dieser Albtraum endlich vorbei. Andererseits, wenn sie sich beide erschießen, wäre ich hier wieder ganz allein. Ich muss sagen, dass ich die beiden in den letzten Jahren wirklich lieb gewonnen habe. Ich würde Einsteins Geigerei vermissen, obwohl ich sagen muss, dass er nicht gerade ein Naturtalent ist. Einstein und Newton sind ziemlich nervös, ich hoffe, sie überlegen sich gut, was sie als nächstes unternehmen. Ich finde es irgendwie komisch, wie Newton dasteht. Zwar hat er seine Waffe fest und zielsicher in der Hand, aber seine Knie sehen aus, als ob sie sein Körpergewicht nicht mehr lange tragen können. Ich muss versuchen, sie irgendwie zu beruhigen und hoffen, dass all die Jahre im Irrenhaus sie nicht wirklich verrückt gemacht haben und sie noch ein kleines bisschen Vernunft in sich tragen.
Simon Wallner

Newton und Einstein bedrohen sich gegenseitig mit ihren Waffen. Newton denkt:
Soll ich ihn erschießen?
Mach´ ich es nicht, wird er die Weltformel an sich reißen, oder wir bleiben alle drei für immer in diesem Irrenhaus.
… Ich kann diese Bilder an der Wand nicht mehr ansehen. Die Gardinen stinken nach Einsteins Pfeife. … Wenn ich Möbius auch erschieße, dann bin ich der Einzige, der von diesen Formeln weiß! Mein Auftraggeber wird mich reichlich entlohnen, wenn ich ihm die geforderten Informationen übergebe. Mir ist so heiß... Hoffentlich bemerken die anderen nichts von meiner Nervosität. … Was passiert, wenn mich Einstein zuerst tötet - dann waren all die Jahre hier vergeblich! Ich wünschte, ich hätte diesen Auftrag nicht angenommen! Warum bleibt Möbius so locker?
… Ich will dieses verdammte Haus so schnell wie möglich verlassen. Was werden andere Wissenschafter mit der Weltformel anstellen? Wird die Welt zerstört werden? Hier werde ich wirklich noch irre!
Daniel Brandstätter

Innerer Monolog von Möbius kurz nachdem er erfuhr, dass Fräulein Dr. Zahnd seine Pläne gestohlen hatte und sie vervielfältigt hatte.
WAS?
Was sagte sie?
Wie kann das sein?
Wie konnte sie nur? Nach allem, was ich geopfert habe, stiehlt diese verrückte Frau Dr. Zahnd meine Arbeit, meine Gedanken, mein LEBEN. Sie ist verrückt, sie wird alles vernichten, die Welt wird in ein Chaos fallen. Das alles nur wegen meiner Arbeit, meiner Gedanken, meines Wissens.
Wenn ich nur die Zeit zurückdrehen könnte! Wenn ich eine zweite Chance bekommen würde!
Oh GOTT, mach es ungeschehen, wie konntest DU dies nur zulassen. Warum?
Doch waren ihre Worte: „Gedanken, die einmal gedacht werden, können nicht wieder zurückgenommen werden.“
Ist es vielleicht doch nicht meine Schuld? Früher oder später hätte ein anderer Wissenschaftler dieselben Ideen gehabt.
Ich hätte es lassen sollen, warum bin ich nur so neugierig!
Ich bin an allem schuld. Es ist meine Schuld, dass alles vernichtet wird.
Simon Reith

Möbius´ Gedanken
Sollte alles vergeblich gewesen sein?!
Diese Verrückte weiß nicht, was sie damit anstellt!
Wozu opferte ich meine Familie, meine Frau, meine Kinder? Es gibt kein Zurück mehr in die normale Welt. Alles, was ich zum Schutz der Menschheit beitragen wollte, erscheint mit einem Mal vernichtet. Die ganze Zeit im Irrenhaus ist vergeblich gewesen. Ich wurde zum Mörder zum Schutz der Menschheit und jetzt ist alles vorbei. Mit der Entdeckung meiner Weltformel hat das Unglück begonnen. Gott sei Dank begriff ich das sehr rasch, doch selbst das Verbrennen der Aufzeichnungen und das Verbleiben im Irrenhaus ergaben kein positives Ergebnis. Ich erkannte, dass ich nur im Irrenhaus sicher bin und jetzt wird mir gerade die Leiterin dieses Irrenhauses zum Verhängnis.
Ich opferte sogar die Krankenschwester Monika, die an mich glaubte und mich liebte. Ich tat es zur Rettung der Menschheit.
Aber wenn die Unterlagen an die Öffentlichkeit gelangen, habe ich das Gefühl, versagt zu haben. Durch meine Schuld wird die Menschheit vernichtet und meine einzige Chance ist es, hier im Irrenhaus weiterhin für verrückt gehalten zu werden. Trotz meiner unzähligen, verzweifelten Versuche meine Entdeckungen geheim zu halten, muss ich dafür mein ganzes Leben lang bezahlen.
Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
Thomas Resch

Möbius
Wie kann das sein - wie konnte ich so blind sein?! Nun schwebt die Welt wirklich in Gefahr. Sie hat meine Aufzeichnungen kopiert. Immer und immer wieder. Ein grauenhafter Plan - ein regelrecht „verrückter“ Plan. Der König Salomo. Sie glaubt an den König Salomo - glaubt, dass er wirklich existiert!
Ich kann nichts mehr tun. Ich wurde manipuliert - zum Morden gezwungen.
Ich bin ein Mörder. Ich bin verrückt. Ich bin Möbius.
Florian Zittmayr

Mag. Regina Raffezeder