Höhere Technische Bundeslehranstalt Steyr
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Nachdem sie sich im Deutschunterricht unter Anleitung von Prof. Claudia Zelenka-Dedeyan mit den typischen Merkmalen einer Theaterrezension beschäftigt hatten, verfassten Schüler der 3BHMIZ folgende Kurztexte:
 
Zu Beginn des heurigen Schuljahres wurde im Linzer Theater Phönix das Schauspiel „Götz von Berlichingen“ von Johann Wolfgang von Goethe aufgeführt.
Das Stück handelt vom Reichsrichter Götz von Berlichingen, welcher von den Fürsten gehasst und gejagt wird, da er gegen Verrat und Lüge kämpft.
Die Figuren wurden von sieben Darstellern, zum Teil mit doppelt besetzten Rollen, gespielt. Das Bühnenbild war sehr modern und zeigte durch Spiegel, Glas und einen abgegrenzten Quader die Differenz zwischen Armut und Reichtum. Die Kostüme waren zwar modern, entsprachen jedoch dem Stil von früher. Jeder Person war eine bestimmte Musik zugeordnet und diese fand Gefallen im Publikum. Der Höhepunkt der Schauspiels war ein Blitzlichtgewitter, wodurch der Kampf der Bauern gegen ihre Unterdrücker simuliert wurde.
Nach ca. 100-minütiger Vorstellung fand das Schauspiel unter kräftigem Applaus sein Ende. Etwa 200 HTL-Schüler/innen erlebten eine beeindruckende Vorstellung.

Manuel Fahrngruber
In der Schaffenszeit des „Sturm und Drang“ schrieb Johann Wolfgang von Goethe das Schauspiel „Götz von Berlichingen“. Ein Ritter namens Götz erhebt sich gegen den Bischof von Bamberg und kämpft für die Freiheit und gegen die Unterdrückung. Dieser heldenhafte Ritter nimmt Weislingen (Berater des Bischofs und zugleich Jugendfreund von Götz) fest und lässt ihn später wieder frei. Weislingen wird im Lauf der Handlung von seiner Frau vergiftet und Götz stirbt schließlich im Gefängnis.
Das Bühnenbild ist interessant gestaltet, wie etwa mit Kabeltrommeln, die nicht nur als Pferde, sondern später auch als Tische und Stühle benutzt werden. Ein weiteres Möbelstück fungiert als Thron für den Bischof sowie als Leiter und Liegestuhl für Adelheid (die Frau von Weislingen). Und nur durch einen Quader, dessen Frontseite mit Spionspiegeln verkleidet ist, sind die unzähligen Schauplatzwechsel möglich. Hinter den Spiegeln befindet sich der Aufenthaltsraum der Adelheid und dazwischen lässt sich eine Wand aus dem Boden herausfahren, auf die eine Diashow projiziert wird.
 
Die Kostüme der Schauspieler sind einfach, aber doch sagen sie viel über die Personen aus, wie zum Beispiel die einfache und fast schon nonnenhafte Kutte der Maria (Schwester von Götz) oder das elegante Abendkleid der Adelheid. Weiters sind die schlichten Klamotten des Götz und seiner Frau, die sehr an den Krieg erinnern, zu nennen. Durch die starke Kürzung des Textes und die Doppelrollen der Schauspieler muss man die vollen 100 Minuten sehr aufmerksam dem Stück folgen, damit man sich inhaltlich gut auskennt. Zu sehen war die Produktion im Herbst 2008 im Linzer Phönix Theater.

Armin Bauer