Höhere Technische Bundeslehranstalt Steyr
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Am 25. 10. 2011 unternahmen zwei 4. und 5. Jahrgänge der Mechatronik- und Maschinenbau-(KFZ)-Abteilung einen Lehrausgang ins Linzer Theater Phönix, wo eine Inszenierung des Stückes "Maria Magdalena" des bayrischen Schriftstellers Franz Xaver Kroetz gezeigt wurde. Einige Schüler der 4 AHMEP und 4 BHMIZ verfassten nach dem Besuch der Vorstellung folgende Rezensionen:

Komödie oder Tragödie? Maria Magdalena von Friedrich Hebbel ursprünglich verfasst und überarbeitet von dem Münchner Autor Franz Xaver Kroetz, jetzt neuinszeniert von Esther Muschol am Theater Phönix, lässt den interessierten Zuschauer selber entscheiden, was eher zutrifft. Als solcher ist man sicher begeistert, denn die Neuinszenierung hat es in sich. Durch die Verwendung einer Drehbühne und der aufwendigen Kulissen im Siebziger-Look wird man in das 20. Jahrhundert entführt und kann sich dadurch vollends auf die hervorragenden Schauspieler konzentrieren.
In dem Stück werden wichtige Aspekte aus dieser Zeit angesprochen, die heutzutage auch noch aktuell sind, wie zum Beispiel Kommunikation, Abtreibung, Stellung der Frau, seelische Abstumpfung und Vereinsamung. Die Handlung wird von sechs Personen getragen; der Hauptperson, die Tochter Marie, mit der man mitfühlt, ihrem Bruder Karl, Herrn Weinberger, dem frustrierten Familienoberhaupt und Vater der beiden, dem Verlobten von Marie, Leo und Theo, dem zweiten Heiratskandidaten.
Das Geschehen spielt in der kleinen Stadt Augsburg, die durch ihre Kleinheit das Handeln der Figuren beeinflusst. Während der Aufführung wird einem ausführlich die Geschichte von Marie erzählt, die außerehelich schwanger, zwischen Vater, Bruder und künftigen Ehemännern aufgerieben wird.
Mit diesem Theaterstück will der Autor auf die zwischenmenschlichen Probleme hinweisen, die entstehen, wenn alle aufeinander einreden, ohne dass jemand zuhört. Kroetz geht auf die Konflikte innerhalb einer Familie und deren Lebensumstände ein. Des Weiteren kritisiert er die konservative Einstellung der Menschen in der Kleinstatt, Profitgier, Respektlosigkeit und falsche Moral. Es geht um die bürgerliche Beschränktheit aller Personen in dem Stück, durch ein Leben in dumpfer Gebundenheit an bürgerliche Normen bzw. Traditionen.
Diese Inhaltsvielfalt wird in drei Akten dargeboten und die Inhalte sind trotz des Alters der Grundversion von F. Hebbel von 1846 immer noch aktuell und sprechen viele Probleme der heutigen Zeit genau so stark an wie damals. Durch die hervorragende Inszenierung, Darbietung und der Ungewissheit, ob etwas ernst oder komisch gemeint ist, regt das Geschehen auf der Bühne auch stark zum Nachdenken über das Leben junger Menschen von heute an.
Ich würde „Maria Magdalena“ allen empfehlen, die ein gut strukturiertes, unterhaltsames und lehrreiches Theaterstück zu würdigen wissen und sich ein wenig mit der Problematik des Lebens auseinandersetzen wollen.

Hinterecker Marco, 4AHMEP

Am 25. 10. 2011 wurde in Linz im Theater Phönix das Stück Maria Magdalena aufgeführt. Es wurde von Esther Muschol inszeniert. Bei dem Stück handelt es sich um eine Tragikomödie. Das Stück spielt im Jahr 1972. In „Maria Magdalena“ wird thematisiert, dass in unserer Gesellschaft die Menschen zu wenig miteinander kommunizieren und in vielen Fällen Geld und Besitz im Vordergrund stehen. Das Stück spielt in einer Wohnung, die im typischen Stil der siebziger Jahre eingerichtet ist. Die Drehbühne zeigt die nach oben offenen Räume der Wohnung, sodass der Zuschauer alle Vorgänge auf der Bühne genau beobachten kann. Die ursprüngliche Fassung von „Maria Magdalena“ wurde bereits im Jahr 1846 von Friedrich Hebbel verfasst.
Die Hauptfigur ist die junge Marie, die ein uneheliches Kind erwartet. Weiters sind noch deren Eltern, ihr Bruder Karl, ihr Freund Leo, welcher sich als Bankangestellter sein Brot verdient, und Peter, ein Jugendfreund Maries und Kumpel von Leo, handlungstragend. Leo macht Marie einen Heiratsantrag. Sie lehnt ab, aber Leo besteht darauf, Marie zu heiraten. Er hält bei Maries Vater um ihre Hand an, fordert allerdings für Marie eine Mitgift von 20.000 DM, damit die Ehe zustande kommen kann. Da Maries Vater jedoch das Geld nicht mehr besitzt und ihr Bruder unter Verdacht steht einen Juwelier beraubt zu haben, wendet sich Leo von Marie ab. Er findet schnell eine andere Freundin, deren Vater sehr einflussreich ist. Marie hat nicht nur den Verlobten verloren, sondern auch ihre Mutter, die einen unerwarteten Herztod stirbt, als die Polizei ihren Sohn Karl als Verbrecher verhaftet. In dieser Situation wendet sich Marie wieder ihrem Jugendfreund Peter zu. Peter will Marie nicht mit einem fremden Kind heiraten. Er verlangt von ihr, dass sie zuerst Leo heiratet und sich nach einem Jahr wieder scheiden lässt, damit den beiden die „Schande“ erspart bleibt, welche die Heirat mit einem unehelichen Kind mit sich bringen würde. Marie fleht Leo an, sie zu heiraten, doch dieser bleibt stur und lehnt ab. Schlussendlich steht Marie alleine da und vergiftet sich in dieser ausweglosen Situation. Am Schluss des Stückes setzen sich Maries Vater, ihr Bruder Karl, die Freunde Leo und Peter zum Kartenspielen zusammen. Völlig verstört und kreischend läuft Marie um den Tisch und teilt den kartenspielenden Männern mit, dass sie sich vergiftet habe, jedoch nimmt niemand davon Notiz. Das Interessante dabei ist, das der Schluss des Stückes offen bleibt. Der Zuschauer erfährt nicht, ob Marie stirbt oder weiterlebt.
Der Autor möchte in diesem Stück das typische Kleinbürgertum der Nachkriegszeit auf satirische Weise darstellen. Es wird der „Aufstieg des kleinen Mannes“ anhand von Maries Vater, der den Sprung vom Schuster zum Schuhverkäufer geschafft hat, und Leo, der es vom Bankangestellten zum „Inspektionsanwärter“ bringen möchte, gezeigt. Im Stück Maria Magdalena wird vor allem die engstirnige Sichtweise im damaligen kleinbürgerlichen Milieu kritisiert. Mir persönlich hat diese Aufführung sehr gut gefallen, da das Stück leicht verständlich, das Bühnengeschehen abwechslungsreich und aufgrund der Drehbühne sehr kurzweilig gestaltet ist. Das Stück ist meiner Meinung nach für jede Altersgruppe geeignet, da es nicht nur unterhaltsam, sondern auch stellenweise sehr lustig ist.

Hochradner Florian, 4BHMIZ
 
In einer Vormittagsvorstellung wurde im Theater Phönix die Tragikkomödie „Maria Magdalena“ von Franz Xaver Kroetz aufgeführt. Inszeniert wurde das von der Stellung der Frauen in der Gesellschaft der 70er handelnde und von egoistischer Kommunikation geprägte Stück von Esther Muschol.
Das Stück spielt im Jahr 1972 und nimmt Bezug auf eine Familie in Augsburg. Der Vater ist ein egozentrischer, temperamentvoller Mann, die Tochter Marie ein chaotisches, junges Fräulein, das nicht ernst genommen wird. Die beiden Liebhaber von Marie, Leo und Peter, fallen vor allem durch ihre Überheblichkeit auf. Der eine lebt vom Erbe seines Vaters, der andere prahlt mit seinem beruflichen Erfolg als zukünftiger Filialleiter einer Bank. Die Mutter von Marie stirbt während des Stücks an einem Herzinfarkt, als sie mit ansehen muss, dass ihr Sohn Karl, Maries Bruder, ungerechtfertigt verhaftet wird.
Durch den Tod ihrer Mutter hat es Marie noch schwerer, sich gegen die Männerwelt durchzusetzen und ihren Standpunkt zu verteidigen. Leo, der mit Marie ein uneheliches Kind erwartet, zeigt ebenfalls kein Verständnis für ihre Sorgen und Wünsche. Er ist lediglich auf ihre Mitgift aus. Die Situation wird immer kritischer, sie entwickelt sich auf eine Katastrophe zu, da Marie droht, sich das Leben zu nehmen. Peter verspricht ihr, sie zu heiraten. Marie schöpft Hoffnung, doch im tragischen Ende lässt Peter sie fallen, weshalb sich Marie schlussendlich doch noch das Leben nimmt.
 
Alles in allem ist „Maria Magdalena“ im Theater Phönix ein sehr gut inszeniertes Stück, wobei die Drehbühne ein charakteristisches Merkmal für die sich im Kreis drehende Handlung ist. Ein weiterer positiver Aspekt liegt in der schauspielerischen Leistung. Alle Schauspieler wirken authentisch, man könnte meinen, sie wären den 70ern „entsprungen“. Auch die gut eingesetzten Songs wie „The winner takes it all“ von ABBA, tragen dazu bei, dieses Stück sehr sehenswert zu machen – eine gut gestaltete Theateraufführung, die ihresgleichen sucht.
 
Rebhandl Maximilian & Schoder Michael, 4AHMEP
 
Beitrag von Mag. Regina Raffezeder und Mag. Claudia Zelenka-Dedeyan