Höhere Technische Bundeslehranstalt Steyr
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Nach intensiver Vorbereitung mit Biographie und Philosophie Jean Paul Sartres besuchten die 4AHMEP und die 4BHMEP (Höhere Abteilung für Mechatronik) am Mittwoch, dem 10. Oktober 2012, eine Vorstellung von dessen Polittragödie "Die schmutzigen Hände" im Linzer Theater Phönix.
Im Anschluss an das Stück standen die Darsteller/innen dem jungen Publikum Rede und Antwort.
In der darauf folgenden Unterrichtseinheit verarbeiteten die Schüler/innen der 4AHMEP das Gesehene in Briefen an die Figuren aus Sartres Stück. Lesen Sie im Folgenden eine kleine Auswahl aus den zahlreichen gelungenen Arbeiten:

Lieber Hugo!
 

Hugo, du eingebildeter Narr! Hast du gar nichts in deinem früheren Beruf als Redakteur gelernt? Deine Meinung sollte über der der Anderen stehen und nicht umgekehrt. Du musst über dein Leben und deine Handlungen entscheiden und sollst dich nicht von einer jungen aggressiven Partei leiten lassen. Dies hast du nur leider viel zu spät erkannt... Ein Hoederer stirbt nicht ohne Grund!
Was Jessica betrifft, hättest du die Spannungen zwischen ihr und deinem Vorgesetzten erkennen müssen, aber du warst so auf deinen Auftrag fixiert, dass du sie und ihre Gefühle zu Hoederer nicht beachtet hast. Aber was soll‘s, am Ende muss wohl ein Revolutionär zu Grunde gehen und das nur weil er ein blinder, manipulierter Mitläufer war.

Adieu!
(Andreas Großbichler)

Liebe Jessica!
Es ist wirklich schrecklich, was an diesem Tag geschehen ist. Das mit deinem Mann tut mir wirklich sehr Leid. Wie geht es dir nun nach dem Verlust deines Gatten?
Ich weiß, dass du eine starke Frau mit einem kämpferischen Herz bist. Du wirst auch diese schwere Zeit meistern. Hugo war ein lieber und sehr intelligenter Kerl. Du hattest echtes Glück mit ihm. Jedoch fand ich es sehr abscheulich, dass du Höderer geküsst hast. Das hättest du nicht machen sollen!
Dennoch wünsche ich dir alles Gute und viel Kraft für die Zukunft!
(David Lengauer)

Lieber Hoederer!

Deine Art zu handeln, ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant, da du deine Ideen aufgibst, um Kompromisse einzugehen.
Auch dein Vertrauen zu Hugo finde ich sehr riskant und bewundernswert, weil du ihm die Möglichkeit gabst, dich kaltblütig von hinten zu erschießen, obwohl du von seinem Auftrag wusstest.
Dein Auftreten gegenüber Jessica hat mir jedoch nicht gefallen, da du von der Beziehung zwischen ihr und Hugo wusstest und sie trotzdem ausgenutzt hast.
Du musstest zu Recht die verheerenden Folgen dafür tragen.
Es ist sehr interessant zu beobachten, wie du dein Leben der Politik unterordnest.

Beste Grüße ...
(Philipp Zorn)
 
Sehr geehrte Olga,

in den vergangenen Wochen war immer öfter die Rede davon, dass Hoederer mit den Regierungsparteien einen Pakt schließen möchte. Ich, als Anhänger der Proletarischen Partei und deren Grundprinzipien, bezeichne dieses Verhalten von Ihrem Parteichef als schwach und durchsetzungsschwach, ich spreche sogar vom Verrat gegen die Partei.
Nun ist es umso kurioser, dass ein Bombenattentat gegen Hoederer durchgeführt wurde. Da zu diesem Zeitpunkt gerade Karsky und Prinz Paul bei Hoederer zu Besuch waren, kann man ausschließen, dass das Bombenattentat von einer der beiden Regierungsparteien ausgeführt wurde. Deshalb habe ich den Verdacht, dass Sie einen Putschversuch gegen Hoederer unternommen haben. Wenn Sie wollen, dass der nächste Mordversuch nicht mehr so kläglich scheitert, schlage ich vor, dass wir uns kommenden Mittwoch um 12 Uhr beim Stadtkaffee treffen.

Anonym
(Thomas Kreundl)

Sehr geehrter Prinz Paul,
 
ich weiß, dass das Leben als Prinz nicht immer leicht ist, wie behauptet wird. Man steht ständig unter Druck und muss Entscheidungen treffen, um das Volk milde zu stimmen. Darum verstehe ich nur zu gut, dass man sich gerne Ablenkung bei Partys und Orgien sucht.
Aber die Gerüchte, die in letzter Zeit immer mehr an die Öffentlichkeit geraten, belasten Sie schwer. Dennoch bewundere ich, dass Sie trotz dieser Anschuldigungen einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen für das Volk und unsere Zukunft treffen wollen, auch wenn Sie Ihren Meinungsstandpunkt aufgeben müssen.
Deshalb meine Frage an Sie: Was haben Sie sich dabei gedacht, als Sie die Entscheidung getroffen haben, mit Hoederer zu kooperieren?
 
Ich hoffe auf eine baldige und ehrliche Antwort.
 
Hochachtungsvoll ...
(Michael Kasis)
Sehr geehrter Herr Karsky,
 
ich wollte Sie im Voraus darauf hinweisen, dass Hoederer Ihnen ein Angebot machen wird, das Sie sofort ablehnen würden.
Sie dürfen jedoch nicht voreilig handeln und sollten sich das Angebot gut durch den Kopf gehen lassen. Hoederer wird Sie und Prinz Paul in einer Woche in sein Haus, das ihm auch als Unterschlupf dient, einladen.
Die Einwilligung von Ihnen wird sich für Sie in naher Zukunft bezahlt machen. Nebenbei wäre endlich ein friedliches Zusammenleben innerhalb des Landes möglich.
 
Mit freundlichen Grüßen ...
(Gregor Gaßner)
Mag. Claudia Zelenka-Dedeyan