Am 14. Dezember 2007 spielte die Österreichische Länderbühne die utopische Komödie "Abendstunde im Spätherbst" von Friedrich Dürrenmatt. Das Stück wurde 1959 uraufgeführt und zählt zu den eher unbekannten Werken des berühmten Schweizer Dramatikers. Mehr als 400 Schülerinnen und Schüler besuchten die beiden Vorstellungen im Mehrzwecksaal.
Dürrenmatts Ruhm stützt sich vor allem auf sein dramatisches Schaffen, das nahezu 30 Stücke umfasst. Mit provokanten und bühnenwirksamen Komödien feierte er in den 50er und 60er Jahren Theatertriumphe.
Dürrenmatts kritisch-engagiertes Interesse für gesellschafts- und tagespolitische Fragen zeigt sich auch in "Abendstunde im Spätherbst". Wie so oft steht der "mutige Mensch" bzw. der "ironische Held" im Mittelpunkt, der sich den herrschenden Strukturen widersetzt, damit aber zum Scheitern verurteilt ist.
Dürrenmatt bedient sich konsequent der dramatischen Form der Komödie, denn er hält sie für die einzige Darstellungsform, die der Situation der Zeit angemessen ist: Eine Gesellschaft, in der die Machtverhältnisse undurchschaubar und die Individuen machtlos sind, kann nur mit komödiantischen Mitteln dargestellt werden.
Mag. Claudia Zelenka-Dedeyan

"Dürrenmatt hat - kann ein Schriftsteller mehr erreichen? - unser aller Weltgefühl verändert."
(Joachim Kaiser)