Die Schüler der 3BHMEP nahmen am 4. Mai 2012 im Parlament an der „Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ teil. Die Veranstaltung wurde in der ORF-Sendung Hohes Haus live übertragen. Am 6. Mai 2012 wurde dann ein eigener Beitrag über das vorangegangene Jugendprojekt gesendet.
Die 3BHMEP war neben zwei anderen Klassen – Lehrlingen und Krankenpflegeschüler/innen aus Wien – ausgewählt worden, um an diesem Jugendprojekt zum Thema „NS-Euthanasie“ teilzunehmen. Die Ergebnisse wurden in der Säulenhalle des Parlamentes präsentiert. Gestaltet wurden drei Videopaneels, die acht Persönlichkeiten zeigten, die Widerstand gegen das NS-Euthanasieprogramm geleistet haben. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem kirchlichen Widerstand. Dazu wurde auch eine Zeitung erstellt, die wesentliche Inhalte zum Thema darstellt. Geachtet wurde immer auf einen lokalen Bezug zu Steyr. Auf einer Landkarte wurde eingezeichnet, welche Opfer der Euthanasieanstalt Hartheim es in den Heimatorten der Schüler gab. Zusätzlich wurde noch eine Gesamtdokumentation des Projektes erstellt.
Zur Vorbereitung gehörte auch eine Exkursion in das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und in die Gedenkstätte „Am Steinhof“ in Wien, die im Dezember 2011 stattfand. Mitte Februar 2012 besuchten die Schüler den Lern -und Gedenkort Schloss Hartheim. Die Schüler wurden dabei von einem Kamerateam des ORF begleitet. Ausgestrahlt wurde der Beitrag am 19. Februar 2012 in der Sendung „Hohes Haus“. Besonders beeindruckend fanden die Schüler den Zeitzeugen Friedrich Zawrel, den sie am 3. Mai 2012 im Parlament hören konnten.
Den Schülern wurde durch dieses Projekt verstärkt bewusst, wie wichtig Menschenwürde, Menschenrechte und Zivilcourage für die Gesellschaft sind. Das Projekt wurde im Rahmen des Religionsunterrichtes durchgeführt.

Schülermeinungen:
„Für mich war es wichtig, dass ich noch mehr über die NS-Zeit erfahren habe. Das, was ich alles erfahren habe, war für mich erschreckend. Die Rede von Herrn Zawrel hat mich sehr berührt. Alles in allem war es ein sehr interessantes, informatives und emotionales Projekt.“
Ivan Illinvic

„Mir ist mit dem Projekt klar geworden, wie grausam es damals zuging. Es ist wichtig dieses Thema in Erinnerung zu behalten, damit es zu solchen schrecklichen Ereignissen nicht mehr kommen kann.“ Alexander Leitner

„Mir ist eigentlich erst durch dieses Projekt klar geworden, dass das alles auch in meinem Heimatort passiert ist. Mich hat besonders das Gespräch mit Herrn Zawrel beeindruckt und geprägt. Alles in allem finde ich es einfach unglaublich grausam, wie mit Menschen umgegangen wurde und hoffe, dass all das nie in Vergessenheit gerät.“
Benjamin Zöttl

„Projekte wie dieses sollten von viel mehr Schülern und Lehrlingen gemacht werden, um vorzubeugen und nicht zu vergessen.“ Josef Sulzer

„Ich finde, unser Produkt – die selbst gemachte Zeitung – ist sehr gelungen und wird immer wieder gelesen werden.“ Manuel Wolfschwenger

„Das Zeitzeugengespräch mit Friedrich Zawrel war sehr intensiv und ist mir sehr nahe gegangen.“ Armin Müller

„Rückblickend hat mich das Projekt stark beeinflusst. Ich habe mehr Verständnis für Notleidende und bin froh, dass mir Ähnliches erspart bleibt.... Ich bin stolz und dankbar, dass ich bei einem solchen Vorhaben teilnehmen durfte.“ Dominik Peischl

„Durch das Projekt sind wir als Klasse besser zusammengewachsen. Ich habe durch das Projekt das Parlament von innen gesehen.“ Christoph Steinbichler

„Für mich war das Projekt eine Bereicherung. Man bekam Einblicke, wie rücksichtslos und skrupellos das NS-Regime gegen körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen vorging, aber auch welch kranken Ansichten sie hatten.... Und dass man sich eine eigene Meinung bilden muss, denn sonst kann es auch in der heutigen Zeit passieren, dass wir von falschem Gedankengut beeinflusst werden.“ Manuel Wiesenberger

„Die Exkursionen im Rahmen des Projektes nach Hartheim und „Am Steinhof“ (Wien) waren die interessantesten und berührendsten, die unsere Klasse erlebt hat. Die intensive Ausarbeitung diverser Themen und die Zusammenarbeit in der Klasse förderte unser Allgemeinwissen über das NS-Regime sehr. Am meisten hat mich persönlich das Gespräch und die Geschichte von Herrn Zawrel berührt.“ Julian Hubauer

„Es ist gut zu wissen, welches Leid viele durchlebt haben, um das heutige Leben mehr schätzen zu können. Die Arbeiten für das Projekt haben auch Spaß gemacht. Man konnte sich für etwas Gutes einsetzen.“ Florian Felbauer

„Für mich selbst habe gelernt, dass es wichtig ist, andere Menschen, behinderte Menschen usw. genauso zu schätzen wie sie sind. Dies ist oft nicht einfach...“ David Leitner

„Das Projekt war nicht nur eine schöne Veranstaltung in Wien, sondern auch ein wahnsinniger Wissenszuwachs über die Verbrechen der NS-Zeit. ... Ich persönlich hatte vorher nur wenig Ahnung und wusste nicht, dass Behinderte in der NS-Zeit getötet wurden.“
Simon Kirchweger

„Mir persönlich hat das Projekt einiges gebracht, da ich mir nie vorstellen konnte, wie so etwas damals durchführbar war und vor allem, wie die Propaganda so wirken konnte. Höhepunkt war für mich die Gelegenheit zu bekommen, mit einem ehemaligen ‚Insassen’ vom ‚Spiegelgrund’ zu sprechen, da nur wenige Personen so eine Möglichkeit bekommen.“
Matthias Aistleitner

„Es war ein bedrückendes und gleichzeitig schönes Projekt, bei dem man viel gelernt und neue Erfahrungen gemacht hat.“ Jakob Breurather

„Es war sehr interessant alles von einem Menschen, der ‚dabei war’ und alles als Opfer miterlebte, zu erfahren.“ Daniel Sinn

Projektleitung: Mag. Karl Ramsmaier
Impressionen zum Projekttag
Fotoquellen: Parlamentsdirektion und FOL Gerhard König

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