Am Freitag, dem 10. Februar 2012 verkörperte der Wiener Schauspieler Alois Frank vor rund 250 Schülerinnen und Schülern im Redtenbachersaal der HTL Steyr die durch den unvergesslichen Helmut Qualtinger zum Kult gewordene Figur des Herrn Karl.
Dem von diversen Länderbühnen und aus dem Fernsehen bekannten Darsteller gelang es in beeindruckender Weise, die Charaktermerkmale dieses österreichischen Paradeopportunisten zu veranschaulichen.
Im Anschluss an die Vorstellung stand der Künstler dem Publikum für Fragen zur Verfügung und plauderte über sein Verhältnis zur Lebensrolle Karl, seine Bewunderung für Helmut Qualtinger und über sein berufliches Umfeld. Lesen Sie einige Statements von Schülerinnen und Schülern der 3 AHMEP...
Ich fand es faszinierend, wie authentisch Alois Frank den Herrn Karl verkörperte. Die Rolle des österreichischen Opportunisten in der Nachkriegszeit wirkte ihm wie auf den Leib geschneidert, als er mit typisch österreichischem Humor und großer Schauspielfertigkeit Geschichten aus seinem Leben in den Kriegsjahren und davor erzählte. Er überzeugte mit wenigen Requisiten und einfachen Mitteln in seiner Rolle, wodurch der etwa einstündige Monolog sehr kurzweilig und spannend anzusehen war und auch die inhaltliche Thematik gut vermittelt wurde.
Laura Zeilinger, 3 AHMEP
In diesem Monolog antwortete der Schauspieler Alois Frank auf Fragen, die dem Publikum nicht erkennbar waren. Dadurch wurde ich bereits während des Stückes animiert, mir Gedanken über das Gesagte zu machen. Am meisten erschütterte mich die Einstellung zu Frauen („Die Frau ist der gebende Teil und der Mann der herrschende“).
Mich beeindruckte Alois Frank deswegen, weil er in diesen Szenen sehr authentisch wirkte.
Herr Karl wird als durchschnittlicher Bürger dargestellt, erst während des Monologs erkennt man, dass er sich zu seinem eigenen Vorteil immer den Gegebenheiten angepasst hat. Er vergleicht die Österreicher mit sich selbst und dadurch fühlte sich die Bevölkerung in den 60er Jahren provoziert und reagierte mit großer Empörung.
 

Vanessa Watzer, 3 AHMEP
Mir hat das Theaterstück gut gefallen, weil die Rolle des Herrn Karl sehr überzeugend gespielt wurde.
Das Äußere des Schaupielers verkörperte den Herrn Karl so gut, dass er den Eindruck vermittelte, die geschilderten Erlebnisse selbst erlebt zu haben.
Das hängt wahrscheinlich auch mit der langjährigen Erfahrung zusammen, welche Herr Alois Frank bei bei seinen zahlreichen Aufführungen des Herrn Karl gesammelt hat. Bei uns an der HTL Steyr hat der Darsteller dem Herrn Karl bereits zum 413. Mal Leben eingehaucht.

Philipp Zorn, 3 AHMEP
Nach der kurzen Vorbereitung auf den Monolog des Herrn Karl im Deutschunterricht war ich schon sehr gespannt, wie Alois Frank das Stück spielen würde. Der Redtenbachersaal der HTL Steyr verwandelte sich in ein kleines Lager einer Delikatessenhandlung. Die Requisiten waren Dosen, Bierflaschen und Lebensmittelverpackungen. Als wirklich wichtig empfand ich allerdings nur den leeren Sessel, auf dem ein für das Publikum unsichtbarer Jüngerer saß.
Ich finde, dass Alois Frank die Rolle sehr authentisch spielte, und darum hatte man wirklich das Gefühl, als ob jemand auf dem leeren Stuhl sitzen würde. In gewisser Weise fühlte man sich auch als Zuseher von ihm angesprochen. Der Herr Karl mit wienerischem Dialekt wirkte unsympathisch, faul, egoistisch, aber auch unverfroren. Obwohl das Stück schon mehr als 50 Jahre alt ist, hat es meiner Ansicht nach, nichts an Aktualität verloren.
Barbara Lehner, 3AHMEP


Mit lang anhaltendem Applaus wurde der Herr Karl in der HTL Steyr verabschiedet! Weitere Informationen zum Künstler finden Sie auf www.aloisfrank.at

Prof. Mag. Claudia Zelenka-Dedeyan